Fakten und Statistiken

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Wohnungslose ganz ohne Unterkunft sind größten Gefahren und Benachteiligungen ausgesetzt


Zwischen 1991 und 2004 sind mindestens 225 wohnungslose Menschen auf der Straße erfroren.


Regelmäßig werden Wohnungslose auf der Straße überfallen, misshandelt oder gar getötet: Allein in den 90er Jahren sind mindestens 107 Wohnungslose von zumeist jugendlichen Tätern getötet worden.


Ihnen wird mitunter rechtswidrig der Sozialhilfetagessatz gekürzt oder nach wie vor rechtswidrig von zahlreichen Gemeinden die Unterbringung verweigert, wie eine aktuelle Untersuchung der Evangelischen Obdachlosenhilfe bestätigt.


Entgegen der gesetzlichen Regelung ist auch diesem Personenkreis häufig die Zahlung der Praxisgebühr bzw. die Zuzahlung zu Medikamenten und Anwendungen abverlangt worden.

Besonders wohnungslose Frauen müssen für ein Dach über dem Kopf einen hohen Preis zahlen: finanzielle Abhängigkeit, sexueller Missbrauch oder Gewalt.


Zahl der Wohnungslosen in Deutschland

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Die Gesamtzahl der Wohnungslosen (mit wohnungslosen Aussiedlern) hat sich in den Jahren 2001-2002 weiter verringert. Für das Jahr 2002 schätzt die BAG W die Zahl der Wohnungslosen auf 410.000. Damit hat sich die Gesamtzahl der Wohnungslosen nach Einschätzung der BAG W gegenüber dem Jahr 2000 um ca. 20% reduziert.


Die Zahl der Wohnungslosen in Ein- und Mehrpersonenhaushalten ohne Aussiedler in Übergangsunterkünften verringerte sich von 390.000 im Jahr 2000 um ca. 15% auf ca. 330.000 im Jahr 2002.


Die Zahl der wohnungslosen Einpersonenhaushalte sinkt dagegen nur um 12% von ca. 170.000 in 2000 auf ca. 150.000 in 2002. Vom Jahr 2001 auf das Jahr 2002 blieb die Zahl der wohnungslosen Einpersonenhaushalte konstant. Im Jahre 2004 wurde die Zahl der Wohnungslosen auf 345.000 in der Bundesrepublik Deutschland geschätzt. 2005 ist die Zahl der Wohnungslosen deutlich gesunken von 345.000 im Vorjahr auf 261.000 Wohnungslose in Deutschland, die Zahl der Wohnungslosen sinkt momentan von Jahr zu Jahr.

Im Jahr 2006 wurden nur noch 254.000 Wohnungslose von der BAGW gemessen. Bis Ende 2007 könnte die Zahl der Wohnungslosen auf 235.000 Menschen gesunken sein.

Dies ist ein erstes Zeichen für eine mögliche Umkehr der Entwicklung in den kommenden Jahren. Da dieser Personenkreis zugleich auch den überwiegenden Teil der Klientel der sozialen Dienste der Wohnungslosenhilfe bildet, ist dies ein Beleg für die wieder zunehmenden Vermittlungsschwierigkeiten, von denen die Dienste berichten.

Die Zahl der Aussiedler in Übergangsunterkünften beträgt 80.000. Der Rückgang der Wohnungslosenzahlen ist auf den Abbau der Belegung in Übergangsunterkünften zurückzuführen, aber auch auf die weiter stark rückläufigen Zuwanderungszahlen. Übrigens zählen anerkannte Asylbewerber in Notunterkünften im Sinne der Definition zwar zu den Wohnungslosen, können aber bei den Wohnungslosenzahlen aufgrund fehlender Daten nicht berücksichtigt werden.




Ein Großteil der Obdachlosen geht nicht zu den Sozialämtern und kann daher nicht registriert wird, somit existiert eine hohe Dunkelziffer. Der quantitative Umfang kann nur geschätzt werden. In Berlin wird von ca.

2.000 bis 4.000 auf der Straße lebenden Menschen über 18 Jahren ausgegangen, die in der Regel einen Hilfeanspruch gemäß BSHG haben.
Daneben besteht eine Dunkelziffer bei den auf der Straße
lebenden Jugendlichen und – in geringem Umfang – bei Kindern,
denen ein differenziertes Hilfeangebot im Rahmen der Kinder-
und Jugendhilfe, z. B. niedrigschwellige Übernachtungseinrich-
tungen, zur Verfügung steht.
Der Anteil der männlichen auf der Straße lebenden Personen
liegt – zumindest äußerlich sichtbar – höher als derjenige der
Frauen. Bei den Frauen kann von einer nicht näher quantifizier-
baren Dunkelziffer ausgegangen werden.

 


Wohnungslosigkeit in Ost- und Westdeutschland

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In Ostdeutschland sinkt die Zahl der Wohnungslosen von 50.000 im Jahr 2000 um ca. 14 % auf 43.000 im Jahr 2002. Für Westdeutschland schätzt die BAG 290.000 Wohnungslose (ohne Aussiedler) für 2002 (2000: 340.000), ein Rückgang um ca. 15 %. Damit hat sich die Entwicklung in Ost und West weiter angeglichen.
 



Frauenanteil und Anteil der Kinder und Jugendlichen

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Bei den Einpersonenhaushalten (alleinstehenden Wohnungslosen) muss von einem Frauenanteil von ca. 21% ausgegangen werden, dies entspricht ca. 31.000 Frauen. Der Frauenanteil unter den Wohnungslosen (ohne Aussiedler) insgesamt liegt bei 23%, das sind ca. 75.000 (2000: 90.000) Frauen. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen liegt bei ca. 22% (72.000, 2000: 85.000 Personen) und die Zahl der Männer bei ca. 55% (180.000, 2000: 215.000 Personen).



Literatur

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König, Christian: Machbarkeitsstudie zur statistischen Erfassung von Wohnungslosigkeit. Erhebungen nach §7 BstatG. Projektbericht, herausgegeben vom Statistischen Bundesamt, Wiesbaden 1998

Institut Wohnen und Umwelt (Hrsg.): Wohnungsnotfälle in Hessen. Problemumfang und Erfahrungen mit Konzepten zur dauerhaften Wohnungsversorgung. Darmstadt 1994

Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau und Bundesministerium für Familie und Senioren (BMBau) (Hrsg.): Wohnungsnotfälle. Sicherung der Wohnungsversorgung für wirtschaftlich oder sozial benachteiligte Haushalte. Bonn 1994

Specht-Kittler, Thomas: Statistikberichte zur Wohnungslosigkeit Alleinstehender: 1990/91, 1992/93, 1993/94, 1995, 1996, herausgegeben von der BAG Wohnungslosenhilfe e.V.




Weitere Auskünfte erteilt:

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BAG Wohnungslosenhilfe e.V.
Dr. Thomas Specht-Kittler
Tel 0521-1439615
Fax 0521-1439619



BAG Informationsblätter sind zu folgenden Themen erhältlich:

Frauen in Wohnungsnot
Merkblatt zu den Anspruchsgrundlagen von Ausländern und Staatenlosen

bei der Hilfe nach § 72 BSHG
BAG Wohnungslosenhilfe e.V. - Selbstdarstellung